»Unternehmen der Gemeinschaftsgastronomie – nutzt eure Gestaltungskraft: bietet mehr pflanzenbetonte Gerichte an, reduziert Verschwendung und stärkt regionale Lieferketten. Gemeinsam können wir zeigen, dass nachhaltiges Essen nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich notwendig ist.«
Christian Wieser, Leiter Gastronomie & Services
Wie ist Eure Nachhaltigkeitsphilosophie?
In unserer Betriebsgastronomie versorgen wir täglich rund 1.000 Gäste mit frischen, regionalen und biologischen Speisen. Zertifiziert nach DGE-Job & Fit, EU-Bio, Green Table und Green Chefs setzen wir auf Qualität, Tierwohl und innovative Konzepte wie „Gutes von gestern“ sowie eine vegane Menülinie.
Für uns bedeutet Nachhaltigkeit, über den Tellerrand hinauszublicken: Wir gestalten nicht nur Mahlzeiten, sondern tragen aktiv zu einer nachhaltigen Zukunft der Gemeinschaftsgastronomie bei. Heute setzen wir auf regionale und biologische Produkte, Tierwohl-Initiativen und digitale Lösungen zur Abfallvermeidung. Morgen wollen wir den Anteil pflanzlicher Speisen weiter erhöhen, die Transparenz für unsere Gäste ausbauen und durch Innovationen wie KI-gestützte Planung Ressourcen schonen. Unser Ziel: Genuss, Gesundheit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen – als Vorbild für die Branche.
In welchem der sieben Indikatoren seid ihr schon richtig weit?
Wir sind bereits sehr weit beim Indikator „Regionalität“ Im Einkauf gilt für uns der Leitsatz: „Je regionaler, desto besser.“
Jede Entscheidung in der Gemeinschaftsgastronomie hat Wirkung – auf Gesundheit, Klima und Wertschätzung von Lebensmitteln. Daher nutzen wir unsere Gestaltungskraft und stärken regionale Lieferketten, bieten mehr pflanzenbetonte Gerichte an und reduzieren Verschwendung.
Welches weitere Nachhaltigkeits-Projekt erfüllt Euch mit Stolz?
Worauf wir besonders stolz sind, ist unsere konsequente und ganzheitliche Verankerung von Nachhaltigkeit über viele Jahre hinweg – sichtbar in zahlreichen Initiativen, Partnerschaften und Auszeichnungen. Dazu zählen u. a. Zertifizierungen wie DGE Job & Fit inkl. Nachhaltigkeitskriterien, die Bio-Zertifizierung sowie unternehmensweite Standards wie DIN 9001, DIN 14001, OHRIS und EMAS.
Ergänzt wird dieses Engagement durch die aktive Mitarbeit in Initiativen wie United Against Waste, Green Table und der Grünen Suppenkelle sowie die Teilnahme an Wettbewerben und Qualitätstests wie dem Food & Health Kantinentest (Top 50), „Gut.Gekocht.Gewinnt“ oder der Auszeichnung als GV-Team des Jahres (2020) und GV-Manager des Jahres (2024). Auch in unserer Beschaffung werden klare Zeichen gesetzt – etwa durch die Teilnahme an der Europäischen Masthuhninitiative und den ausschließlichen Einsatz von MSC/ASC-zertifiziertem Fisch. Diese Vielzahl an Maßnahmen zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht als Einzelprojekt verstanden wird, sondern als kontinuierlicher Entwicklungsprozess, der strukturell im Unternehmen verankert ist.
1.000 Personen täglich
versorgen wir in unserer Betriebsgastronomie mit frischen, regionalen und biologischen Speisen.
35% regionale Lebensmittel
beziehen wir in unsere Menüplanung mit ein.
Welche Herausforderungen begegnen Euch?
Die Gemeinschaftsgastronomie befindet sich im Spannungsfeld zwischen steigenden Erwartungen an Nachhaltigkeit, Tierwohl und Klimaschutz und gleichzeitigem Kostendruck sowie schwankender Nachfrage. Für uns bedeutet das: Wir müssen ein attraktives, gesundes und bezahlbares Angebot sicherstellen, während wir den Anteil regionaler und biologischer Produkte erhöhen, Food Waste weiter reduzieren und digitale Lösungen wie KI-Prognosen optimal nutzen. Die Balance zwischen Qualität, Wirtschaftlichkeit und ökologischer Verantwortung ist aktuell unsere größte Aufgabe.