»Ich bin fest überzeugt: Wer Gastronomie neu denkt, kann mehr verändern, als man im ersten Moment vermutet. Be­trieb­s­gas­tronomie erreicht Menschen in allen Leben­sphasen – das ist eine riesige Ve­r­ant­wor­tung und eine noch größere Chance. Ich sehe unsere Rolle darin, diesen Wandel aktiv mitzugestal­ten und als Impulsgeber für eine neue Esskultur. Jede Entschei­dung, vom Einkauf bis auf den Teller, hat Wirkung. Und genau diese Wirkung wollen wir aktiv gestalten.«

Alexander Thiel, Director Canteens & Catering bei der Freudenberg Verpfle­gungs­di­en­ste KG

Was zeichnet euren Gas­tronomiebe­trieb aus?

In der Be­trieb­s­gas­tronomie der Freudenberg Verpfle­gungs­di­en­ste, Tochterge­sellschaft der Freudenberg Service und Teil der Freudenberg Group, zählen handw­erk­lich­er Anspruch, frische Eigen­pro­duk­tion und ein klares Nein zu Convenience-Produkten. Das heißt in der Praxis: täglich haus­gemachte Gerichte, regional und saisonal eingekauft, zubereitet von einem Team, das Gastronomie als Haltung versteht.

Uns zeichnet ein regionaler und saisonaler Einkauf aus: Durch gezielte Part­ner­schaften mit lokalen Lieferanten sorgen wir für mehr Frische und Qualität, kürzere Trans­portwege und stärken die lokale Wirtschaft. Zudem integrieren wir täglich pflanzen­basierte Al­ter­na­tiv­en in unsere Menüstruk­tur, sodass ein hoher Anteil an veg­e­tarischen und veganen Gerichten eine bewusste, nach­haltigere Ernährung mit reduziertem Fleis­chanteil ermöglicht. Mit optimierter Menüplanung, be­darf­s­gerechter Por­tion­ierung und digitaler Un­ter­stützung setzen wir zudem auf ein aktives Food-Waste-Management, das Lebens­mit­telver­luste im täglichen Betrieb konsequent reduziert. Nicht zuletzt setzen wir auf Eigen­pro­duk­tion und Frischeküche: Durch den bewussten Einsatz haus­gemachter Produkte und weit­ge­hen­den Verzicht auf Convenience schaffen wir Qualität, Transparenz und Nach­haltigkeit in der Zubereitung.

Wie nehmt ihr eure Rolle in der Gemein­schafts­gas­tronomie wahr?

Gemein­schafts­gas­tronomie bedeutet für uns, täglich Ve­r­ant­wor­tung zu übernehmen – für Gesundheit, bewussten Umgang mit Lebens­mit­teln und die Zukunft der Ernährung. Jeder Teller bietet die Chance, etwas zu bewegen. Mit unserer Marke SIMMERS gehen wir diesen Weg konsequent weiter: Wir verstehen moderne Be­trieb­s­gas­tronomie als Erlebnis, das begeistert, verbindet und klare Haltung zeigt. Wer Gastronomie neu denkt, prägt nicht nur Essen, sondern auch Kultur, Gemein­schaft und Zukunft aktiv mit.

Was muss passieren, damit sich mehr Unternehmen engagieren?

Der Per­spek­tivwech­sel muss kommen: weg von "Gemein­schafts­gas­tronomie als Kosten­fak­tor" und hin zum strate­gis­chen Hebel. In­vesti­tio­nen in Qualität, Gesundheit und Nach­haltigkeit stärken direkt die Mi­tar­beit­erzufrieden­heit, Pro­duk­tiv­ität und Un­ternehmen­skul­tur. Gefordert ist mehr Mut zur Veränderung: weniger Fleisch, mehr pflanzen­basierte Angebote, regionale Wertschöp­fung und ein bewusster Ressourcenein­satz. Jeden Tag werden Millionen Mahlzeiten ausgegeben. Jede einzelne beeinflusst Gesundheit, Klima und Essver­hal­ten. Diese kollektive Wirkung müssen wir als Branche endlich bewusst nutzen.

1.200 Personen täglich

versorgen wir in unserer Be­trieb­s­gas­tronomie mit frischen, regionalen und bi­ol­o­gis­chen Speisen.

Eigenproduktion & Frischeküche

 – bewusster Einsatz von haus­gemacht­en Produkten und weit­ge­hen­der Verzicht auf Convenience für Qualität, Transparenz und Nach­haltigkeit in der Zubereitung

Welche Her­aus­forderun­gen begegnen Euch?

Ich bin fest überzeugt: Wer Gastronomie neu denkt, kann mehr verändern, als man im ersten Moment vermutet. Be­trieb­s­gas­tronomie erreicht Menschen in allen Leben­sphasen – das ist eine riesige Ve­r­ant­wor­tung und eine noch größere Chance. Ich sehe unsere Rolle darin, diesen Wandel aktiv mitzugestal­ten und als Impulsgeber für eine neue Esskultur. Jede Entschei­dung, vom Einkauf bis auf den Teller, hat Wirkung. Und genau diese Wirkung wollen wir aktiv gestalten.